Am 13. und 14. Oktober findet zum dritten Mal die MARKETING X im DoubleTree by Hilton Vienna Schönbrunn statt. Was hältst du von der Idee, eine breitgefächerte Marketingkonferenz wie diese abzuhalten?
Christof Miska: Marketing ist heute stark ausdifferenziert, sodass wir schnell in einzelnen Spezialgebieten denken – Performance Marketing, Social Media, Branding, Customer Experience oder aktuell natürlich KI. Gleichzeitig hängen diese Bereiche in der Praxis immer stärker zusammen. Eine breitgefächerte Konferenz kann Silos aufbrechen und zeigen, wie die einzelnen Entwicklungen zusammenspielen. Gerade in Zeiten geopolitischer Veränderungen und großer Unsicherheit finde ich es besonders wichtig, den Blick für das große Ganze zu stärken und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.
Du hältst am zweiten Konferenztag den Vortrag „Management by Känguru – und andere legendäre Leadership-Fails“. Was dürfen sich die TeilnehmerInnen davon erwarten?
Miska: Da wird es ebenfalls um den Blick auf das große Ganze gehen – allerdings aus einer sehr persönlichen Führungs- und Leadership-Perspektive. An der WU Executive Academy verwenden wir das Känguru als Metapher dafür, wie Führung besser nicht aussehen sollte: sprunghaft, schnell im Angriffsmodus oder mit großen Sprüngen, aber leerem Beutel. Und natürlich gibt es noch viele andere solcher Metaphern. Wir schauen aber mit Humor auf diese Leadership-Fails, und nutzen sie vor allem, um Klarheit darüber zu schaffen, was gute Führung ausmacht und welche Rolle dabei der eigene Purpose spielt. Denn wenn ich wenig Klarheit darüber habe, wer ich selbst bin, wofür ich stehe und wie ich führen möchte, werde ich schnell selbst zum Känguru – oder nehme eine Führungsrolle ein, die nicht authentisch ist. Gerade in Zeiten von KI, schnellen Veränderungen und großer Unsicherheit halte ich diese Authentizität für besonders wichtig. Das ist auch im Marketing wichtig: Wer andere erreichen und überzeugen möchte, braucht zunächst selbst Klarheit.
Welche Key Takeaways dürfen sich die TeilnehmerInnen von deinem Auftritt erwarten?
Miska: Ich hoffe zunächst einmal, dass die TeilnehmerInnen etwas schmunzeln können – Führung ist herausfordernd genug. Darüber hinaus möchte ich drei Dinge mitgeben, die aus meiner Sicht für Marketer relevant sind: Erstens, nicht jedem neuen Trend sofort hinterherzuspringen, sondern immer wieder auch einmal einen Schritt zurück gehen und das große Ganze im Blick zu behalten. Zweitens, Klarheit darüber zu haben, wer man ist, wofür man steht und was man eigentlich erreichen möchte – denn ohne diese Klarheit wird es schwierig, anderen Orientierung zu geben. Und drittens, bei aller Begeisterung für KI und neue Technologien den Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Denn am Ende geht es sowohl in der Führung als auch im Marketing darum, Menschen zu verstehen, zu erreichen und zu bewegen.
Welche spannenden Insights erwartest du dir von den beiden Konferenztagen?
Miska: Mich interessiert vor allem, welche Entwicklungen sich tatsächlich nachhaltig auf das Marketing auswirken – und was vielleicht doch eher kurzfristiger Hype ist. Gerade bei KI erleben wir derzeit eine enorme Dynamik, gleichzeitig verändern sich aber auch gesellschaftliche Erwartungen, das Konsumverhalten und die geopolitischen Rahmenbedingungen. Ich freue mich deshalb besonders auf unterschiedliche Perspektiven darauf, was diese Veränderungen konkret für Marketing und Unternehmen bedeuten. Und natürlich hoffe ich auch auf den einen oder anderen Gedanken, der meine eigene Forschung herausfordert.
Welche Trends werden das Marketing 2026 aus deiner Sicht noch maßgeblich beeinflussen?
Miska: An KI kommt man 2026 natürlich nicht vorbei. Spannend finde ich aber weniger die Frage, ob KI im Marketing eingesetzt wird, sondern wie sie das Marketing selbst verändert – von der Erstellung von Inhalten über Personalisierung bis hin zur Art und Weise, wie Menschen Informationen suchen und Kaufentscheidungen treffen. Gleichzeitig sehe ich eine interessante Gegenbewegung: Je mehr Inhalte und Prozesse automatisiert werden können, desto wichtiger werden Authentizität, Vertrauen und echte menschliche Interaktion. Hinzu kommt die zunehmende geopolitische und gesellschaftliche Unsicherheit, die das Verhalten und die Erwartungen von KonsumentInnen und im B2B-Bereich verändert. Für mich liegt der entscheidende Trend deshalb im Zusammenspiel dieser Entwicklungen: Marketing wird technologischer, muss aber gleichzeitig menschlicher, glaubwürdiger und kontextsensibler werden.
Alle Programmdetails und Tickets sind unter www.marketingx.at abrufbar. Der reguläre Ticketpreis beträgt 390 Euro netto für einen Tag beziehungsweise 590 Euro netto für beide Tage.


