Lukas Hetzendorfer, otago: „Bei der MARKETING X erwarte ich mir gute Gespräche mit Menschen, die man sonst nur auf LinkedIn sieht.”

Lukas Hetzendorfer ist Head of Revenue Growth von otago und moderiert im Rahmen der MARKETING X am 13. und 14. Oktober ein Panel zum Thema "KI-Implementierung im Marketing". Im Interview spricht er darüber und seine Erwartungen an die Konferenz.

Am 13. und 14. Oktober findet zum dritten Mal die MARKETING X statt. Was hältst du von der Idee, eine breitgefächerte Marketingkonferenz wie diese abzuhalten?

Lukas Hetzendorfer: Ich bin ein großer Fan davon, da ich seit Jahren ein Stammgast auf den Konferenzen bin und ich mich umso mehr freue, auch moderieren zu dürfen. Wir tendieren in der Branche sowieso dazu, uns in unsere Bubbles zurückzuziehen: Die Performance Leute reden mit Performance Leuten, die B2B Leute mit B2B Leuten. Ebenfalls sehe ich “AI-Anxiety” in unserem digitalen Raum  immer häufiger, und deswegen tun persönliche Networking-Events auch sehr gut. Bei der MARKETING X sitzen Marketer:innen quer durch, von Austrian Airlines, L’Oreal, Der Standard, Frequentis bis hin zur Abfallwirtschaft im selben Raum. Und genau da passiert die Magie: Du merkst, dass die Westbahn ein ähnliches Problem hat wie L’Oreal, nur wahrscheinlich mit anderen Nullen im Budget  Diese Querverweise kriegst du nur auf breiten Konferenzen. 

Du moderierst das Panel mit dem Titel „KI-Implementierung im Marketing: Welche Stolpersteine lauern am Weg zur strukturierten KI-Nutzung?“. Welche Insights erwartest du in der Diskussion?

Hetzendorfer: Eines vorweg: Es wird keine KI-Philosophierunde. Die Diskussion „Nimmt uns die KI die Jobs weg?” ist überstrapaziert, das braucht niemand mehr auf einer Konferenz. Ich will es total anwendungsorientiert machen: Was hat bei euch konkret funktioniert, was ist konkret gescheitert und warum? Wie geht ihr mit Widerständen im Team um? Setzt ihr auf einzelne KI Power User oder auf Fortbildung in der Breite? Und wie kalkuliert ihr die Kosten, heute und in zwei Jahren, wenn die Einstiegspreise Geschichte sind? Spannend finde ich auch, dass große Tech Companies die KI-Nutzung mittlerweile im Performance Management verankert haben. Wer die Kompetenz nicht aufbaut, kommt in der Karriere nicht weiter. Darüber möchte ich mit dem Panel diskutieren: Ist das die Zukunft oder ein Irrweg? Mit Judith Zingerle, Laura Kaltenbrunner, Anja Teßmann, Fabienne Hamberg und Vertreterinnen aus komplett unterschiedlichen Branchen am Podium erwarte ich mir ehrliche Praxisberichte statt polierter Erfolgsgeschichten. Die Teilnehmer:innen sollen mit Dingen rausgehen, die sie am Mittwoch danach ausprobieren können.

Auf welchen Programmpunkt freust du dich am meisten bei der MARKETING X?

Hetzendorfer: Ehrlicherweise auf mein eigenes Panel, aber das zählt vermutlich nicht. Abseits davon freue ich mich auf die Headliner Brands wie Austrian Airlines und L’Oreal. Ich finde es immer lehrreich, wenn Marketingverantwortliche großer Marken offen über ihre Baustellen reden statt nur über ihre Cases. Und auf die Pausen. Der halbe Wert einer Konferenz passiert beim Kaffee.

Welche spannenden Insights erwartest du dir von den beiden Konferenztagen?

Hetzendorfer: Ich komme aus der datengetriebenen Ecke und versuche so gut es geht, die Floskel-Falle zu vermeiden, wobei ich natürlich nicht frei von Schuld bin. Was ich mir erwarte: einen ehrlichen Realitätscheck, wo die Branche bei der KI-Nutzung wirklich steht. Es gibt nämlich nach wie vor viele Unternehmen, die in der Phase „How to get going” stecken. Die Mitarbeiter:innen nutzen KI längst inoffiziell, aber es ist nirgends institutionalisiert, Stichwort: “Schatten-KI”. Die betrifft Führungskräfte übrigens viel häufiger. Wenn die zwei Tage dazu beitragen, dass ein paar Marketingteams von „irgendwer probiert irgendwas” zu einer strukturierten Nutzung kommen, war es die Zeit wert. Und ich erwarte mir gute Gespräche mit Menschen, die man sonst nur auf LinkedIn sieht.

Alle Programmdetails und Tickets sind unter www.marketingx.at abrufbar. Der reguläre Ticketpreis beträgt 390 Euro netto für einen Tag beziehungsweise 590 Euro netto für beide Tage.